Jameson Street No. 32, Cape Town

Dem Himmel nah und den Helden der konkreten Kunst

Kunst unterstützt den Dialog zwischen Menschen und ihren Kulturen. Solchen Erkenntnissen musste Heinz Kasper sogleich ein Format geben. Eine kulturelle Kommunikationsstätte, die Künstlern aus aller Welt zur Verfügung steht, schwebte ihm vor. Auf Lanzarote. Die Baupläne, das Konzept... alles war fertig.

Doch ein paar verantwortliche Leute kriegten ihre PS nicht auf die Straße. Und weil Kasper keine Idee lange mit sich herum tragen und schon gar nicht beerdigen kann, gab es diese Begegnungsstätte für Künstler ab dem 15. Februar 1999 in Kapstadt. Kasper hatte kurzerhand ein ganzes Industriegebäude in der City gekauft und auf einer Etage die Global-Gallery The Plant Art errichtet. Eine beispiellose Galerie. 

Das erfuhr der Besucher schon am Eingang, dem Memorial. Ein Spiegelkabinett, das den Eintretenden von unten und allen Seiten mit sich selbst konfrontiert. Das scheinbar unendliche Blau über ihm war eine Kuppel aus beleuchtetem fluoreszierendem Material, das einem den Blick in die endlose Weite des Weltraum vorzauberte. Und dann hörte der Besucher die Namen der verstorbenen Helden der Konkreten Kunst: Josef Albers, Paul Klee, Kasimir Malewitsch, Mondrian.... 

  • Eingang der Begegnungsstätte Memorial. Hier ist der Besucher durch Rundumspiegel in einem 150x150x200cm Raum mit sich selbst konfrontiert. Das scheinbar unendliche Blau über ihn ist eine Halbkugel mit 150cm Durchmesser, welche den unendlichen Raum sybolisiert. Hier hört der Besucher die Namen der verstorbenen Künstler der konstruktiven Kunst.
  • Die Begegnungsstätte aus der Perspektive des Eingangsbereiches
  • In diesem Bild sind die mittig angebrachten Lautsprecher sichtbar. Diese sorgten dafür, daß der Besucher erst durch die räumliche Nähe zu den Werken eine klar definierbare akustische Aussage der Künstler erhält.

Ein Raumerlebnis war auch die Galerie selbst. Die einzige Galerie übrigens für konkrete Kunst in ganz Afrika. Man musste sich hier den visuellen Zeichen einfach nähern. Denn wer in der Mitte des Raums nicht im Babylon der Stimmen untergehen wollte, musste sich schon zu den einzelnen Werken hin bewegen. Dann hörte er die Stimme des jeweiligen Künstlers in voller Klarheit und in dessen Muttersprache und seine Gedanken über Kunst - Gesellschaft - und warum diese Symbiose.